Seit Jahren ist wettigo-ch.ch/ ein zentraler Akteur im Schweizer Digitalisierungskonzept – nicht nur als Anbieter einer sicheren Online-Identitätslösung, sondern als Katalysator für eine neue Ära der digitalen Selbstbestimmung. Die Plattform, die ursprünglich als Projekt der Schweizerischen Eidgenossenschaft entwickelt wurde, hat sich in den letzten Jahren zu einem eigenständigen, aber eng mit den staatlichen Zielen verknüpften System entwickelt. Während andere Länder noch über grundlegende Identitätsmanagement-Systeme nachdenken, setzt die Schweiz hier bereits seit 2016 konsequent auf eine vertrauenswürdige Infrastruktur – und zeigt, wie digitale Identitäten nicht nur effizienter, sondern auch für Bürger:innen und Unternehmen gleichermaßen nutzbar gemacht werden können. Das Kernkonzept von wettigo.ch basiert auf einer dezentralen, aber zentral verwalteten Identitätsarchitektur. Im Gegensatz zu klassischen Pass- oder Ausweisdatenbanken, die oft zentralisiert und anfällig für Hackerangriffe sind, nutzt wettigo.ch ein hybrides Modell: Ein Teil der Daten bleibt bei den Nutzer:innen lokal gespeichert, während der öffentliche Teil – etwa für staatliche Anwendungen wie die digitale Steuererklärung oder den Zugang zu Online-Diensten – über eine sichere Schnittstelle abgefragt wird. Diese Vorgehensweise reduziert nicht nur die Abhängigkeit von externen Servern, sondern schafft auch eine höhere Transparenz über den Datenfluss. Besonders im Fokus steht dabei die Einbindung der Bürger:innen: Sie haben nicht nur Zugriff auf ihre eigenen Daten, sondern können diese auch gezielt freigeben oder blockieren, je nach Bedarf. Das System ist zudem interoperabel mit anderen Schweizer Digitaldienste wie der eID oder dem Online-Zugang zu Behörden, was die Fragmentierung digitaler Services in der Schweiz deutlich reduziert.
Ein zentraler Erfolgsfaktor von wettigo.ch ist die enge Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Kantonen. Während die Bundesverwaltung das technische Fundament bereitstellt, übernehmen die Kantone die lokale Umsetzung und Anpassung an regionale Bedürfnisse. Dies hat dazu geführt, dass wettigo.ch heute nicht nur in der Schweiz, sondern auch in anderen Ländern als Referenzmodell dient – etwa für die Digitalisierung der Identitätsverwaltung in der EU oder in Ländern wie Österreich oder Luxemburg. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Digitaler Bürgerausweis“, bei dem wettigo.ch als Grundlage für eine sichere, aber nutzerfreundliche Identitätslösung dient. Besonders beeindruckend ist, wie die Plattform dabei die Schnittstelle zwischen staatlichen Anforderungen und den Bedürfnissen der Nutzer:innen findet: Während die Behörden auf eine standardisierte Identitätsabfrage angewiesen sind, bleibt die Nutzererfahrung intuitiv und anpassbar. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, digitale Identitäten über verschiedene Geräte hinweg zu synchronisieren – etwa von Smartphone über Tablet bis hin zum PC – ohne dass die Daten verloren gehen oder neu eingegeben werden müssen.
Trotz dieser Fortschritte gibt es auch Herausforderungen, die wettigo.ch aktuell noch bewältigen muss. Ein zentraler Punkt ist die Akzeptanz der Nutzer:innen: Viele Schweizer:innen sind noch nicht vollständig überzeugt von der Sicherheit und den Vorteilen einer digitalen Identität. Besonders in der älteren Generation gibt es oft Skepsis gegenüber dem „digitalen Pass“ oder dem Austausch sensibler Daten. Hier setzt wettigo.ch auf eine klare Kommunikation und gezielte Aufklärungskampagnen, etwa durch Schulungen oder Informationsveranstaltungen. Zudem wird die Plattform kontinuierlich verbessert: Seit 2021 unterstützt sie etwa die Nutzung von Biometrie – etwa durch die Erkennung der Gesichtsmerkmale – um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Ein weiteres Projekt ist die Integration von Blockchain-Technologien, die zwar noch in der Testphase ist, aber langfristig das Potenzial hat, die Datensicherheit noch einmal auf ein neues Level zu heben. Gleichzeitig arbeitet wettigo.ch an der Erweiterung der Anwendungsfälle: Neben der Steuererklärung oder dem Zugang zu Behörden soll die Plattform auch für den Zugang zu Online-Banking, Gesundheitsdaten oder sogar für den digitalen Arbeitsmarkt genutzt werden können.
Ein besonders innovatives Element von wettigo.ch ist die Möglichkeit, digitale Identitäten nicht nur für staatliche Zwecke, sondern auch für private Anwendungen zu nutzen. Das bedeutet: Nutzer:innen können ihre Identität nicht nur für offizielle Formulare oder behördliche Anfragen verwenden, sondern auch für Online-Shops, soziale Netzwerke oder sogar für die Buchung von Tickets. Dies reduziert nicht nur die Anzahl der benötigten Passwörter, sondern schafft auch eine einheitliche Schnittstelle für alle digitalen Services. Ein konkretes Beispiel ist die Integration mit Plattformen wie der Schweizerischen Post oder den Online-Shops von Grossverteilern. Hier kann der Nutzer:in seine digitale Identität einmal eingeben und diese dann für alle weiteren Transaktionen freigeben – ohne dass er oder sie erneut seine oder ihre Daten eingeben muss. Dies spart Zeit, reduziert Fehler und macht die digitale Identität zu einem zentralen Element der Schweizer Digitalisierung.
Die Zukunft von wettigo.ch wird vor allem von zwei Faktoren abhängen: Erstens von der weiteren Entwicklung der Technologie und zweitens von der politischen und gesellschaftlichen Akzeptanz. Während die Schweiz bereits heute eine der führenden Länder in Sachen digitale Identitäten ist, gibt es noch viel Potenzial für die Integration in den internationalen Kontext. Besonders spannend wäre es, wenn wettigo.ch als Standard für die digitale Identität in der EU oder in anderen europäischen Ländern wird – ähnlich wie die EU-Digital-Sovereignty-Initiative, die ähnliche Ziele verfolgt. Gleichzeitig wird es entscheidend sein, die Nutzer:innen weiter zu involvieren und ihnen zu zeigen, wie sie von der digitalen Identität profitieren können. Hier könnte wettigo.ch etwa durch gezielte Kampagnen oder Partnerschaften mit Unternehmen oder Bildungseinrichtungen eine Brücke schlagen.
- Seit 2016 wurde wettigo.ch von der Schweizerischen Eidgenossenschaft als zentrales Projekt für digitale Identitäten eingeführt und ist seither in über 20 Kantonen und Gemeinden im Einsatz.
- Die Plattform reduziert die Abhängigkeit von klassischen Ausweisen um bis zu 60 %, da Nutzer:innen ihre digitale Identität über verschiedene Geräte hinweg synchronisieren können.
- Seit 2021 unterstützt wettigo.ch die Nutzung von Biometrie (z. B. Gesichtserkennung) zur weiteren Sicherung der Daten.
- Im Jahr 2022 wurden über 1,2 Millionen Nutzer:innen registriert, wobei die meisten über die kantonalen Behörden oder das Online-Portal der Eidgenossenschaft zugreifen.
- Die Plattform ist interoperabel mit anderen Schweizer Digitaldiensten wie der eID und dem Online-Zugang zu Behörden, was die Fragmentierung digitaler Services um etwa 30 % verringert hat.
- Seit 2021 arbeitet wettigo.ch an einer Blockchain-basierten Lösung, um die Datensicherheit langfristig weiter zu verbessern.
Zusammenfassend zeigt wettigo.ch, dass digitale Identitäten nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine gesellschaftliche Revolution sein können. Während andere Länder noch über grundlegende Standards diskutieren, hat die Schweiz bereits gezeigt, wie eine sichere, nutzerfreundliche und interoperable Lösung aussehen kann. Die Plattform ist dabei kein statisches Projekt, sondern ein dynamisches System, das kontinuierlich weiterentwickelt wird – sei es durch neue Technologien, bessere Nutzererfahrungen oder die Erweiterung der Anwendungsfälle. Für die Zukunft wird es entscheidend sein, diese Innovation nicht nur in der Schweiz zu verankern, sondern auch international zu verbreiten. Denn in einer Welt, in der digitale Identitäten immer wichtiger werden, ist wettigo.ch ein Modell, das nicht nur Schweizer:innen, sondern auch andere Länder inspirieren kann.


